Personal Blog - From grapes to glow up diaries

Warum dein Nervensystem nach Beziehungen lechzt 

und warum die so wichtig sind

Kennst du dieses angenehm-wohlige Gefühl, wenn du nach einem Tag voller Chaos einfach nur in die Arme deines bestie's oder deines Schatzi’s sinkst? Dieser Moment, in dem plötzlich alles ruhiger wird, du runterfährst? Als würde eine weiche, warme, schallgeschützte Decke über dich gelegt werden und Puderzucker drüber gestäubt, nachdem du den ganzen Tag on edge warst.

Das ist kein Zufall – es ist dein Nervensystem, das mit dem Nervensystem deines Gegenübers korrespondiert und sich kalibriert.

Die biologische Sehnsucht nach Verbindung

Überspitzt gesagt: Du bist von Natur aus ein beziehungssüchtiges Wesen. Nicht, weil du alleine schwach bist, sondern weil dein Gehirn darauf programmiert ist. Schon als sabbelndes kleines Baby hast du instinktiv nach Blickkontakt mit MaPa gesucht und dich an der Stimme deiner Bezugspersonen festgeklammert wie an einer neurobiologischen Rettungsleine.

Frage an dich: Wann hast du das letzte Mal gespürt, wie dein aufgedrehtes Nervensystem in Gegenwart einer anderen Person zur Ruhe kam?

Bindungsmuster – deine unsichtbaren Beziehungsarchitekten

Unsere frühen Beziehungserlebnisse formen Muster, die sich später wie heimliche Saboteure in unsere Erwachsenenbeziehungen schleichen. Quasi deine Schablone für (Ver-)Bindung.

Das Ergebnis: verkorkste Beziehungen, ungesunde Abhängigkeiten, narzisstische Verhaltensweisen,... kurz gesagt: alles, wovor dich die Hobby Psychologinnen in ihren catchy "red flags" insta reels warnen.

But don't blame your parents just yet. Denn als Kinder beziehen wir jede Handlung unserer Eltern auf uns, weil unser Überleben von deren Stimmung uns gegenüber abhängt. Mehr dazu in meiner Podcast Folge zu genau dem Thema:

Hier geht's zur Folge

Solange wir sie nicht erkennen und bearbeiten, können wir damit zur laufenden 🚩🚩🚩 werden. 🥴

Die meisten wissen wahrscheinlich nicht mal, dass sie aufgrund dieser frühkindlichen Muster agieren.

Nicht du, du liest meinen Newsletter und bist reflektiert und entwicklungshungrig :-)

Der erste Schritt ist, wie immer, das Bewusstmachen:

Erkennst du dich oder Menschen in deinem Umfeld in einem der folgenden Beziehungsmuster wieder?

1.Der Unabhängige: “Ich brauch niemanden. Ich schaff das allein” (während dein Nervensystem sich eigentlich auch gerne mal 'n Chilligen machen würde und heimlich Unterstützung wünscht)

2. Das Klammeräffchen: “Nein, geh nicht! Bestätige mir JETZT, dass du mich liebst!” (während dein Gegenüber langsam rückwärts aus dem Raum huscht)

3. Der Ambivalente: “Ich will Nähe… nein, lass mir Freiraum… ah, ne doch nicht, komm zurück!” (Die "hot & cold" Nummer aus dem Katy Perry Lied)

Guilty? Keine Sorge – wir alle tragen diese Muster in uns, nur in unterschiedlichen Intensitäten.

Dann gibt es noch das ultimative Ziel und Jackpot der Bindungsstile: 4. die sicher gebundenen Menschen, die sich selbst vertrauen und andere als grundsätzlich vertrauenswürdig wahrnehmen.

Frage an dich: 

  • Welches dieser Bindungsmuster taucht bei dir auf, wenn’s emotional und hitzig wird?
  • Bei welchen Menschen fühlst du dich wie ein verunsichertes Kind und bei welchen wie ein entspannter Erwachsener?
  • Und was würde dein/e Ex über dich sagen? 🙃

Co-Regulation – wenn zwei Nervensysteme matchen 👉👈

Dein Nervensystem ist nicht dafür gemacht, alleine klarzukommen. Wenn du gestresst bist, kann die bloße Anwesenheit eines sicheren Menschen deinen Vagusnerv aktivieren – diesen magic switch in deinem Körper. Eine Umarmung von der richtigen Person ist wie eine biologische Beruhigungspille. Wenn jemand uns Sicherheit und Ruhe vermittelt, spiegeln unsere Neuronen diesen Zustand – unser Nervensystem „kalibriert“ sich darauf. Ich erspare dir die neurobiologischen Hintergründe (auch wenn's mir schwer fällt haha) aber das ist Wissenschaft.

Fakt ist:

Menschen mit guten Beziehungen haben:

  • Weniger Stresshormone (die sonst fröhlich deine Organe malträtieren)
  • Ein stärkeres Immunsystem, leben fitter & länger
  • Mehr Resilienz (die Fähigkeit, nach emotionalem Chaos wieder aufzustehen, ohne monatelang mit Ben & Jerry's Netflix auf dem Sofa zu glotzen)

und sind insgesamt glücklicher 🥰

Frage an dich:

  • Wer in deinem Leben beruhigt dein Nervensystem – und bei wem gehst du regelmäßig durch die Decke?
  • Wann hast du zuletzt jemandem erlaubt, dich wirklich zu “halten”, wenn du emotional durcheinander warst?

Der Weg zu schöneren Beziehungen

Der erste Schritt ist, deine eigenen Bindungsmuster zu durchschauen. Ja, das ist etwa so angenehm wie eine Wurzelbehandlung, aber genauso notwendig. Wenn du verstehst, welche unbewussten Programme deine Beziehungen steuern, kannst du sie verändern. Muy importante: Finde Menschen, mit denen dein Nervensystem zur Ruhe kommen kann. Menschen, bei denen du nicht ständig auf Eierschalen läufst oder dich verbiegen musst.

Zum Mitnehmen und Ausprobieren:

Führe eine Woche lang ein “Nervensystem-Journal” im Handy oder auf Papier. Notiere, wann dein System in den Alarmzustand geht, wann es sich entspannt, und wer dabei eine Rolle spielt. 🚨

Und dann frag dich: Mit wem sollte ich mehr Zeit verbringen? Und von wem sollte ich mich vielleicht… freundlich distanzieren?

Denn am Ende sind es nicht die Insta-Likes oder Partyfreunde, sondern die tiefen, verlässlichen Bindungen, die deinem Nervensystem die Stabilität geben, die es braucht.

Wenn dein Nervensystem immer noch Beziehungsmuster wiederholt, die dir vor 15 Jahren von einer pickelig-pubertierenden Gefühlswelt geschenkt wurden - dann ist es Zeit, deine emotionale Software mal einem liebevollen Update zu unterziehen.

Wenn du im Dating immer wieder an Männer / Frauen gerätst, die dich an deinen Vater / Mutter erinnern und alte Wunden triggern, lass uns mal zusammen hinschauen.

Wenn du in Freundschaften das Gefühl hast, du gibst immer mehr als du zurück bekommst und "kämpfst" oder brennst aus, lass uns mal deine Bindungsmuster neu kalibrieren. ⬇️

Von Smalltalk zu echten Verbindungen: Warum deine Gespräche dein Leben prägen

 

„Was machst du eigentlich gerade beruflich?“

„Bist du jetzt eigentlich nur noch im Urlaub?“

„Trinkst du gar nicht mehr?“

„Wie willst du damit Geld verdienen?“

 

Klassiker. Diese Fragen habe ich in den letzten Monaten oft gehört. Und falls du dich gerade selbstständig machst, einen neuen Weg einschlägst oder einfach nicht in die Standard-Schublade passt, kennst du sie bestimmt auch.

 

Aber die eigentlich spannende Frage ist: Wann hattest du zuletzt ein Gespräch, das dich wirklich berührt hat? Das dich inspiriert hat, statt dich leer zurückzulassen?

 

Warum Gespräche mehr sind als Worte

 

Unsere sozialen Interaktionen prägen uns mehr, als uns bewusst ist. Jedes Gespräch ist Input für unser Gehirn – und beeinflusst, wie wir uns fühlen, welche Entscheidungen wir treffen und wie wir die Welt sehen.

Das Krasse? Wissenschaftlich ist längst bewiesen: Gute soziale Verbindungen senken Stress, stabilisieren unser Nervensystem und verlängern unser Leben.

Fehlende soziale Interaktion hat sogar gesundheitliche Folgen. Studien zeigen, dass wenig tiefergehende soziale Kontakte genauso schädlich sein können wie 15 Zigaretten am Tag.

Und trotzdem greifen viele von uns lieber zum Handy oder zum Glas Wein, wenn sie sich einsam fühlen, anstatt wirklich Verbindung zu suchen – mit anderen und vor allem mit sich selbst.

 

Wie du Gespräche auf ein neues Level hebst

Die Qualität unserer Gespräche bestimmt, wie verbunden wir uns mit anderen und mit uns selbst fühlen. Und genau da können wir ansetzen.

 

1. Stell bessere Fragen

Smalltalk ist einfach. Aber richtig gute Gespräche entstehen erst, wenn wir bewusst fragen. Statt „Was geht?“ probier mal:

• „Was hat dich in letzter Zeit inspiriert?“

• „Worauf freust du dich gerade am meisten?“

• „Gab es in den letzten Wochen eine Erkenntnis, die für dich etwas verändert hat?“

 

Diese Fragen eröffnen einen Raum, in dem echtes Interesse entstehen kann – statt nur an der Oberfläche zu kratzen.

 

2. Sei präsent

Das bedeutet: Handy weg, keine Ablenkung. Sei wirklich da. Hör zu, stell Nachfragen, anstatt direkt deine eigene Story rauszuhauen. Zwei, drei Rückfragen, bevor du selbst von dir erzählst, machen einen riesigen Unterschied.

 

3. Tratsch weglassen

Reden über andere ist leicht – und lenkt oft davon ab, dass man sich selbst nicht richtig fühlt. Frag dich: Bringt das hier gerade wirklich Mehrwert? Oder drehen wir uns nur im Kreis?

 

4. Rede über das, was dich begeistert

Egal ob ein Buch, ein Podcast, eine neue Erkenntnis – dein Enthusiasmus steckt an. So entstehen Gespräche, die Energie geben statt rauben.

 

5. Mach’s bewusst – ohne Ablenkung

Ohne Alkohol, ohne Social Media nebenbei, ohne den inneren Druck, das Gespräch „gut“ machen zu müssen. Einfach da sein. Zuhören. Verbindung spüren.

 

Challenge für dich

Diese Woche: Eine Stunde bewusst mit zwei oder mehr Menschen reden – ohne Bildschirm, ohne Ablenkung, ohne Alkohol. Fühl mal rein, wie viel das verändert.

 

Und wenn du Lust hast, das Ganze noch tiefer anzugehen, dann komm in meine Welt. Denn am Ende fängt alles mit Verbindung an – zu dir selbst, zu anderen, zum Leben.

 

Wann hattest du zuletzt ein Gespräch, das dich wirklich berührt hat?

Was mich an der No-Alc-Bewegung nervt

und warum sie nicht zu Ende gedacht ist.


Lange dachte ich, das Problem ist Alkohol. Dass wir einfach mehr alkoholfreie Produkte brauchen, um achtsamer zu konsumieren.

 

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Ich gehe einen Schritt weiter.

Es geht nicht um alkoholfreie Angebote und Disziplin.

Es geht um dich und dein Bewusstsein.

Darum, Freude und Zusammengehörigkeit mit jeder Faser deines Körpers zu erleben.

Um deine Fähigkeit, für dich selbst einzustehen.

Achtsamer Konsum ist ein innerer Prozess.

Und solange wir gesellschaftlich noch nicht an dem Punkt sind, an dem Selbstwahrnehmung und Zwanglosigkeit selbstverständlich ist, wird es immer darauf ankommen, wie du mit Druck und Erwartungen umgehst.

 

 

#MindfulDrinking #Bewusstsein #Veränderung #Achtsamkeit #InnereFreiheit #Coaching #Persönlichkeitsentwicklung #Selbstverbindung #NeueWege

Bis dahin:

  • Probier alkoholfreie Produkte, wenn du willst.
  • Versuch Zebra-Striping
  • Schwimm gegen den Strom und hochgezogene Augenbrauen

Aber vor allem:

  • Lerne, dich selbst zu verstehen.
  • Lerne, äußere Quick Fixes zu entlarven und ehrlich mit dir selbst zu sein.
  • Lerne, dich in dem Moment zu ertappen, in dem du dich überredest, doch noch zu bleiben, doch noch mitzutrinken.

 

 

Denn worum es mir wirklich geht, ist mehr als nur Konsumverhalten zu ändern.

Deshalb ist mein Mindful Drinking Programm super als Start. Aber es geht im Grunde um viel mehr.

Ich will, dass du echte Verbindung zu dir selbst und zu den high vibe Leuten spürst, sodass du im Cycling Kurs, im Supermarkt oder beim Anstehen im Skilift neue Freundschaften findest.

Ich will, dass du Freiheit erlebst – die echte, nicht die, die von anderen Meinungen abhängt.

Ich will, dass du du selbst bist, ohne Kompromisse.

Und das beginnt in dir.

 

Fühlst du dich festgefahren? So findest du Klarheit & neue Perspektiven

Kennst du das Gefühl, dass dein Leben auf Autopilot läuft?

Du bist erfolgreich, arbeitest hart, hast vielleicht sogar genau den Job, den du dir früher gewünscht hast – und trotzdem fühlt sich dein Alltag leer an. Du funktionierst, bist für alle da, triffst Entscheidungen … aber tief in dir spürst du: „Da muss doch mehr sein.“

 

Vielleicht umschwirren dich Fragen wie:

„Ist das wirklich das Leben, das ich führen will?“

„Warum fühlt sich alles so schwer an?“

„Wieso stecke ich in den immer gleichen Mustern fest?“

 

Und dann kommt der Zweifel: „Andere haben es doch auch hingekriegt. Wieso bin ich so blockiert?“

 

Wenn du dich in diesen Gedanken wiedererkennst, bist du nicht allein.

 

Warum du dich innerlich blockiert fühlst

 

Oft hängen wir in festgefahrenen Denkmustern fest, ohne es zu merken. Dein Kopf analysiert, dein Perfektionismus bremst dich aus, dein innerer Kritiker hält dich klein – und du drehst dich im Kreis.

 

Das führt zu…

❌ Overthinking: Du zerdenkst jede Entscheidung so lange, bis du am Ende gar nichts machst.

❌ Unzufriedenheit: Dein Job oder deine Beziehung fühlen sich nicht mehr richtig an, aber du weißt nicht, was du ändern sollst.

❌ Emotionale Erschöpfung: Du funktionierst, bist aber innerlich müde und weißt nicht, wie du da rauskommst.

 

Die gute Nachricht? Es gibt einen Weg raus.

 

3 Schritte, um Klarheit zu gewinnen und endlich ins Handeln zu kommen

 

1️⃣ Hinterfrage deine aktuellen Glaubenssätze

Welche Gedanken halten dich zurück? Ist es die Angst vor Veränderung? Der Wunsch, es allen recht zu machen? Die Sorge, zu scheitern? Schreib auf, was dich blockiert – und frag dich: Ist das wirklich wahr?

 

2️⃣ Verbinde dich mit deinem Körper, nicht nur mit deinem Kopf

Unsere besten Entscheidungen treffen wir nicht durch endloses Nachdenken, sondern durch innere Klarheit. Achtsamkeit, Atemübungen oder Journaling helfen dir, wieder Zugang zu deinem eigenen Gefühl zu bekommen.

 

3️⃣ Hol dir Unterstützung

Veränderung fällt leichter, wenn du jemanden hast, der dich hält, dich spiegelt und dir neue Perspektiven aufzeigt. Coaching kann dir helfen, alte Muster aufzubrechen und deine nächsten Schritte klar zu sehen.

 

Bist du bereit, raus aus dem Kopfchaos und rein in dein echtes Leben zu kommen?

 

Ich begleite dich dabei, alte Muster aufzulösen, Klarheit über deine nächsten Schritte zu gewinnen und Entscheidungen zu treffen, die sich wirklich gut anfühlen.

 

Buche dein kostenloses Erstgespräch hier und lass uns sehen, wie ich dir helfen kann :) 

 

30
Sep
2024

Warum ignorieren wir Alkohol am Arbeitsplatz?

Heute mal ein etwas ernsteres Thema.

In jedem Unternehmen gibt es mittlerweile Resilienztraining, Menopause, Workshops zu Ernährung oder Stressbewältigung. Doch beim Thema Alkohol herrscht oft noch Zurückhaltung, obwohl die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden genauso gravierend sein können. 

 

Produktivität, die aufgrund von Alkoholkonsum verloren geht, kostet die britische Wirtschaft jährlich mehr als 7 Milliarden, und schätzungsweise gehen jedes Jahr 167.000 Arbeitstage durch Alkohol verloren!

 

Es ist an der Zeit, auch den Umgang mit Alkohol in die betriebliche Wellness-Strategie zu integrieren. Warum? Weil die Auswirkungen von Alkohol auf Mitarbeitende und Unternehmen nicht zu unterschätzen sind – sowohl kurzfristig als auch langfristig.

Negative Auswirkungen von Alkohol auf Produktivität und Wohlbefinden

  1. Reduzierte Produktivität: Studien zeigen, dass selbst moderater Alkoholkonsum die Konzentrationsfähigkeit, das Urteilsvermögen und die allgemeine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann Alkoholkonsum zu „Präsentismus“ führen – Mitarbeitende sind zwar körperlich anwesend, aber nicht voll leistungsfähig. In den USA beispielsweise verursachen alkoholbedingte Produktivitätsverluste jährlich Schäden in Milliardenhöhe.
  2. Erhöhte Fehlzeiten und Krankheitsausfälle: Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für zahlreiche körperliche und psychische Erkrankungen, die zu Fehlzeiten und langfristigen Krankheitsausfällen führen können. Studien belegen, dass Alkohol den Blutdruck erhöht, das Herz-Kreislauf-System belastet und die Anfälligkeit für psychische Störungen wie Depressionen verstärkt. Unternehmen zahlen einen hohen Preis, wenn es zu krankheitsbedingten Ausfällen kommt.
  3. Belastung des Teamklimas: Alkohol kann auch das soziale Miteinander beeinflussen. Spannungen im Team, fehlende Kommunikation oder sogar Konflikte sind häufig die Folge von problematischem Alkoholkonsum. Eine Studie der Harvard School of Public Health zeigte, dass Mitarbeitende, die regelmäßig trinken, häufiger von Arbeitskonflikten und negativen Beziehungen zu Kolleg*innen berichten.
  4. Langfristige Folgen: Alkoholmissbrauch kann langfristig zu schweren chronischen Erkrankungen führen, darunter Lebererkrankungen, Krebs oder Herz-Kreislauf-Probleme. Diese Krankheiten führen nicht nur zu hohen Gesundheitskosten für Unternehmen, sondern schränken auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein.

Warum sollte der Arbeitsplatz handeln?

 Die moderne Arbeitswelt setzt zunehmend auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, da sich gezeigt hat, dass gesunde und zufriedene Angestellte leistungsfähiger und motivierter sind. Durch Coaching und Aufklärung können Unternehmen präventiv tätig werden, bevor größere Probleme entstehen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass Präventionsprogramme, die Aufklärung und Unterstützung rund um das Thema Alkoholkonsum bieten, signifikante positive Effekte haben. Eine Studie der American Journal of Public Health zeigt, dass Präventionsprogramme am Arbeitsplatz den Alkoholkonsum der Mitarbeitenden um bis zu 20 % reduzieren können.

 Wenn wir unseren Mitarbeitenden das Wissen und die Werkzeuge an die Hand geben, fundierte Entscheidungen über ihren Alkoholkonsum zu treffen, können wir sowohl ihre körperliche als auch ihre psychische Gesundheit langfristig fördern. Dies schützt nicht nur die Mitarbeitenden, sondern stärkt auch die Unternehmenskultur und senkt potenzielle Kosten durch krankheitsbedingte Ausfälle.

Fazit: Ein integrativer Ansatz für mehr Wohlbefinden

Alkohol am Arbeitsplatz thematisieren bedeutet nicht, zu stigmatisieren, sondern präventiv zu handeln. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen eine klare Sprache: Alkohol hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit, Produktivität und das Arbeitsklima. Indem wir dieses Thema offen ansprechen und entsprechende Programme einführen, schaffen wir ein Umfeld, in dem sich Mitarbeitende unterstützt fühlen, fundierte Entscheidungen treffen können und sowohl kurz- als auch langfristig von einem besseren Wohlbefinden profitieren.

Das Gespräch über Alkohol am Arbeitsplatz zu starten, bedeutet also, proaktiv zum Schutz der Gesundheit und des Erfolgs des Unternehmens beizutragen.

18
Sep
2024

Warum Alkohol mich nie wirklich frei gemacht hat (und warum du das auch überdenken solltest)

Da war ich also: 24, von Party zu Party, umgeben von Menschen, die mich zum Lachen brachten, ein Glas Wein in der Hand. Ganz normale mid twenties als extravertierte Easy Peasy Isi. Ich fühlte mich selbstbewusst, locker und born ready, noch weiterzuziehen. Doch tief in mir wusste ich, dass dieses Gefühl von “lebendig sein” nicht echt war. Es war der Alkohol, der die Leere für einen Moment betäubte, aber das war nur eine Illusion.

Als ich noch regelmäßig getrunken habe, dachte ich immer, Alkohol mache mich (noch) mutiger, witziger, sozialer – irgendwie "mehr ich selbst". Aber in Wahrheit war es genau das Gegenteil. Alkohol hat mich davon abgehalten, wirklich zu wachsen. Er hat mich in eine Schleife aus Unsicherheit und schlechten Entscheidungen geführt. Nach einer Weile fühlte sich jede Party, jede Verabredung und jeder gesellige Abend gleich an – wie ein immer wiederkehrender, unscharfer Film.

Ich habe angefangen, mich zu fragen: Warum trinken wir eigentlich? Was erwarte ich von einem Drink? Werde ich wirklich lockerer, oder verstecke ich mich nur vor dem, was ich eigentlich bin?

Der Wendepunkt kam ehrlich gesagt während Corona, als ich in der Ruhe des Lockdowns realisierte, dass Alkohol mir nicht mehr Leben gab – ich wurde bloß tauber. Meine wahre Stärke, meine wahren Verbindungen und meine echten, tiefen Momente des Lebens kamen immer dann, wenn ich authentisch war. Ohne Alkohol.

Versteh mich nicht falsch: So ein kaltes Glas Sauvignon Freitag Nachmittags lässt mir auch das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und genau das dürfen wir uns ja auch gönnen! Es geht lediglich darum, ehrlich mit sich selbst zu sein und zu fragen: „Trinke ich, um sozialer, leichter, lustiger, entspannter zu sein? Halte ich nur an etwas fest, das mich klein hält?“

Die Wahrheit ist, dass Selbstbewusstsein nicht aus der 0,75l Weinflasche kommt. Es kommt von innen. Es kommt, wenn wir uns selbst erlauben, echt zu sein – mit all unseren Unvollkommenheiten, Ängsten und Hoffnungen. Und ja, das kann verdammt beängstigend sein. Aber es ist auch unglaublich befreiend.

Seit ich aufgehört habe, Alkohol als Lösung für irgendwas zu sehen, bin ich präsenter, bewusster und irgendwie flexibler :D

Und das Beste: Ich ziehe jetzt Menschen an, die echte Verbindungen suchen, nicht nur die, die in Alkohol ihren Retter sehen.

Vielleicht fühlst du dich in einer ähnlichen Situation: Du greifst zum Glas, weil es so einfach ist, weil es das macht, was alle tun. Aber frag dich mal ehrlich: Was wäre, wenn du es nicht tun würdest? Was würdest du über dich selbst lernen, wenn du ohne Alkohol durch den Abend gehst? Sieh es als Experiment und beobachte dich dabei.

Die wahre Stärke liegt nicht im Verstecken – sie liegt darin, dich so zu zeigen, wie du wirklich bist.

 

25
JUL
2024

My work is full circle - my personal motivation & story

Last year, I had an elbow fracture and decided to stop drinking alcohol for a period of 6 weeks to speed up the healing process. It was a very dark time and a lot of uncertainty but it was also the most transformative time. I questioned a lot, I dove deep into the world of non alcoholic wine. My passion for unique winemakers, great quality and organic wine was the foundation. But I felt like there was more. Back then, I decided to start my own podcast. I just didn’t know where to start because there were for many formats and niches to choose from and I didn't want to do what everyone else was doing. During that time, I did some research on no alcohol products because I was wondering "why the hell there are no options when you don’t want to drink?". Whenever I was at a bar and asked for no alcohol wine, they gave me a strange look. That's when I realised - that's the niche I was drawn to.

The deeper I dug into the topic, the more I also saw the shadow side of drinking on me and people close to me. As a result, I decided to help children that have to deal with alcohol addicted parents which is a work that is deeply fulfilling, yet very alarming. Alcohol is stigmatised in our society like no other drug. Unfortunately, as soon as you have a problem with it, you are excluded from huge parts of our society which makes it even harder to cope with alcoholism. 

I am always a fan of not forbidding anything especially not without replacing it with sth but rather to dig deeper into why do we need to have a drink in the first place? Is it lovesickness? Is it hunger? Is it loneliness? Is it stress-relief? Is it insecurity?

If alcohol is used to cope with a bad feeling, it will only make the feeling worse. Why? Cause it doesn’t remove the root cause. Alcohol maximises the mood you’re in. In a positive but also a negative way. So, instead, find out why you’re craving a drink and what story you are telling yourself about the role alcohol will play in that occasion.

I want to raise the awareness to what alcohol can cause in our surrounding, what it does to your brain and body and that we can enjoy wine for the great product it is. That means to me, to consciously decide for the variant with or without alcohol or a moderate mix. 

Therefore, we need alternatives that taste great and we need open-minded people agreeing that there is a reason for both products, wine with or without alcohol. Bars and Restaurants will offer no alc alternatives if we as customers demand for it. Let's create this movement together. Our podcast also provides a "drink of the week" for you as an inspiration.

We also want to exchange that picture in society that you can only dance, talk openly and be a fun person, when you drink alcohol. Cause you can and it can be so much more fulfilling as you are creating memories and connections that you will never forget at full awareness, solely "high on life". 

That’s what drives me!

28
NOV
2023

Was hat eine Witwe, Krieg und Schampus mit female empowerment zu tun?

Stell dir vor, du bist eine junge Frau, 21 und lebst im Jahr 1798 in Frankreich. Für die geschichtliche Einordnung: das ist inmitten der französischen Revolution unter der sich sicherlich selbst die Geschichte-Laien eine tumultreiche Zeit vorstellen können. Du hast gerade einen Mann geheiratet und noch dazu einen guten Fang - ein Unternehmersohn, der seine Finger unter Anderem im Textilhandel und einem Weingut, Cliquot-Muiron & Fils, im Spiel hat. Es ist eine Zeit, in der Frauen kaum in Geschäfte verwickelt sind, da ihnen die Unabhängigkeit fehlt. Sie dürfen nicht mal ein eigenes Bankkonto eröffnen, denn sie sind von ihrem Vater, den Brüdern und nach der Heirat von ihrem Ehemann abhängig. Tough times für women empowerment.

Plötzlich stirbt dein Ehemann. Du bist süße 27 und stehst vor der Entscheidung: aufgeben oder die Kontrolle übernehmen?

Nicole-Barbe Clicquot Ponsardin, die brave heroine hinter dem berühmten Champagner Veuve Clicquot, übernimmt entgegen aller Vorbehalte und trotz viel entgegengebrachtem Unverständnis die Geschäfte ihres verstorbenen Liebsten und beweist damit eine große Portion Mut. Denn zu damaliger Zeit so einen Boss-Move zu machen - darauf sind sicherlich ein paar Chauvinisten überhaupt nicht klar gekommen.

Was folgt, ist der Grundstein eines der erfolgreichsten Champagnerhäusern der Welt, heute der LVMH Gruppe angehörig. Die Geschichte der jungen Nicole-Barbe ist nicht nur interessant, sondern auch voller Lektionen über Mut, Weitermachen und weiblicher Stärke.

 

Wie alles begann

Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin, die Veuve (französisch für Witwe), ist nun durch Verwitwung auch ermächtigt, Geschäfte zu tätigen. Barbe übernimmt also 1805 das Zepter. Stell dir mal die napoleonischen Kriege vor: Chaos, Zerstörung, keine Ressourcen, und noch dazu sehen die Finanzen des Weinguts nicht grade zum Champagner sippen und zurücklehnen aus.

Während Barbe sich durch Jahre kämpft, tut Napoleon sein Bestes, um sich den halben Kontinent zum Feind zu machen. Das führt nach der Schlacht vor Trafalgar dazu, dass Frankreich kein einziges Boot mehr hat. Wie soll man als Champagnerhaus denn da in Ruhe sein Geschäft führen, geschweige denn expandieren und Handel mit anderen Ländern treiben? Napoleon’s Kurs führt dazu, dass kein Warenfluss mehr stattfinden kann. Mehr noch, durch die Interkontinentalsperre ist kein Export aus Frankreich mehr gestattet. Barbe kämpft sich also so durch und muss kreativ werden, um das Überleben des Champagnerguts zu sichern. Gewitzt wie sie ist, fasst sie einen Plan, um das von Russland verhängte Einfuhrverbot zu umgehen. Sie weiß, sobald die Sperre aufgehoben würde, sie wieder in Konkurrenz mit den anderen Champagnerhäusern stünde, die alle ebenfalls an das champagnerliebende russische Zarenhaus verkaufen wollen. Ihr teuflischer Plan: sie schmuggelt 10.550 Flaschen ihres Jahrgangs 1811 nach Amsterdam, von wo aus Flotten nach Russland gestattet sind. Dieses heikle Manöver hätte im worst case dazu führen können, dass alle Flaschen versenkt, geraubt oder sonstwie entwendet würden. Aber das Risiko zahlt sich aus: sie ist um Wochen schneller als ihre Konkurrenten, die nach der Ende des napoleonischen Krieges ebenfalls wieder exportieren dürfen. So findet der Champagner vor allen Mitbewerbern den Weg in das Glas von Zar Alexander I., der erklärt, dass er nichts anderes mehr trinken würde. What a life! Von nun an geht es all the way up und Russland wird bis in die Siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts der mit Abstand größte Absatzmarkt. Bis zu achtzig Prozent der Produktion werden hier verkauft.

 

Barbe beweist Innovationsgeist

Doch damit nicht genug. Wusstest du, dass Barbe zusammen mit ihrem Kellermeister, dem deutschstämmigen Anton Müller (später Gründer von Ruinart) das Rüttelpult erfunden hat? Zur Zeit von Barbe-Nicole war es üblich, den trüben Wein zu klären, indem man die Flasche aufmachte und den Wein in ein neues Gefäß umfüllte, wobei die Hefe zurückblieb. Klar, das brachte den gewünschten Effekt, aber es dauerte ewig, verursachte einen Haufen Weinverlust und die gewünschten Blubberblasen waren überall aber nicht dort, wo sie sein sollten. Um das Ganze zu beschleunigen und den Weinabfall zu minimieren, hat Barbe-Nicole ein cleveres Pult und einen Trick namens Rütteln erfunden. Das sorgte dafür, dass sich die Hefe am Flaschenhals sammelt und mit viel weniger Verschwendung super easy entfernt werden kann. Die Erfindung ist bis heute ein Gamechanger in der Welt des Champagners.

Bist du bereit für den nächsten Pionier Move? Mein Liebling aus dem Hause Veuve Cliquot: Rosé Bubbles.

Im Jahr 1818 erfand Madame Clicquot den ersten Rosé-Champagner, der mit rotem Wein hergestellt wurde. Sie war die erste, die roten Pinot aus Bouzy mit Champagner mischte. Man munkelt, dass seitdem “Rosé all day” getrunken wurde.

Mein Fazit: Mehr bad-a$$ Mentalität bitte!

Nicole-Barbe Clicquot Ponsardin ist ein schönes Beispiel dafür, dass Frauen in den schwierigsten Zeiten außergewöhnliche Stärke und Innovationskraft zeigen können.

Sie war eine mutige Pionierin des Champagners und ist bis heute eine Inspiration für Gleichberechtigung. Ihr unerschütterlicher Kämpfergeist und ihre geistesgegenwärtigen, mutigen Aktionen sind eine zeitlose Erinnerung daran, dass Frauen zu Unglaublichem fähig sind, wenn sie bisschen bad-a** Mentalität an den Tag legen.a

09
AUG
2023

Ent-spannt ent-alkoholisiert

Grade strong im shred game? Weiter so!! Schwanger? Glückwunsch! Landei ohne ÖVPN und deshalb Fahrer? Kenne ich! Was immer auch deine Gründe sind, auf Alkohol im Wein zu verzichten - sie sind vielseitig. Das Angebot leider (noch) nicht. Der Barmann und um’s Eck traut den entalkoholisierten Weinen oder Alternativen zu Wein noch nicht über den Weg und deshalb sitzt du entweder mit einem Wasser oder einem Cocktailschirmchen beschmückten virgin Zuckerplörre da, deren Süße dir die Schuhe auszieht. Zu alkoholfreien Produkten zu greifen wird uns Konsumenten Stand heute nicht immer einfach gemacht aber das alkoholfreie Bier hat’s vorgemacht und ist mittlerweile auch als akzeptables Kaltgetränk in der Ultra-Fußballfan-und-Rote-Wurst-Sphäre angekommen. Dabei ist es eine Entscheidung für eine ausgeglichenere, bewusste Erfahrung, die gekrönt ist von einem sonntäglichen Vitalitätsgefühl, das einfach unbeschreiblich ist (und mich auch zum Verfassen dieses Artikels motiviert hat).

 

Laut IWSR (2022) wird der No- und low-alcohol Markt jährlich um durchschnittlich +8 % wachsen.

78 % der Konsumenten von No/Low-Produkten trinken auch Alkohol, wechseln also je nach Gemütszustand. Konsumentenforschung zufolge befinden wir uns am Beginn einer Bewegung, die aber gekommen ist, um zu bleiben. Dazu ein paar Daten, die mich als Generation Y Angehörige mit solider Erfahrung in den wildesten Kombinationen (think Malibu Kirsch oder Rotwein-Cola in der Jugend) überrascht haben:

Denn jeder fünfte Gen Zer gibt an, komplett auf Alkohol zu verzichten. Darauf sollten sich Produzenten, Händler, Sternerestaurants und Weinbars vorbereiten. Einige Gastronomen sind bereits Vorreiter. Darunter Barchef Elias Heintz aus dem Berliner Sterne-Restaurant Bonvivant, der eine eigene Karte für Wein-Alternativen einführt und sie „Kein Wein“ nennt. Schauen wir über Deutschland hinaus, treffen wir auf den alkoholfreier Veranstaltungsort Club Soda in Großbritannien, Dan Murphy’s Zero% Bar in London oder die Bar 0.020 in Amsterdam.

München, Stuttgart, Hamburg - zieht mal nach! Wir Konsumenten sehnen uns immer mehr danach, geistiges und körperliches Wohlbefinden zu behalten und dazu gehört ein erweitertes Angebot an Optionen, dass nicht ein entweder oder zwischen Kopfweh und ollem Wasser ist. Viele Weinbarbesitzer, Branchenexperten und Weinliebhaber stehen dem Thema extrem ablehnend gegenüber - das ist zumindest mein Gefühl und das Ergebnis meiner Befragungen.

Aber uns Weintrinker interessiert jetzt erstmal: Wie schmeckt akoholfreier Wein? Warum kostet das Produkt durchschnittlich mehr als sein alkoholhaltiger Kollege? Welche Angebote gibt es derzeit und wie zum Geier kommt der Alkohol aus dem Wein raus? Diese Fragen kläre ich für euch im zweiteiligen Artikel.

Herstellung - wie wird alkoholfreier Wein gemacht? 

Alkoholfreie Weine sind nicht mehr nur ein dem Zufall überlassener Plan C, stattdessen entspringen sie Winzern, deren Präzision und ‘ne Prise Mut und Schöpferkraft belohnt wird. Denn ein entalkoholisierter Wein verzeiht erst recht keine Fehler im Grundwein. Dadurch, dass Alkohol im Wein für den “grip”, die Intensität und das Mundgefühl sorgt, treten Qualitätsmängel noch deutlicher hervor. Die Reise beginnt deshalb bei der Auswahl erstklassiger Trauben, die das richtige Säureniveau und ein ausgeglichenes Süße- und Alkoholverhältnis haben sollten. Zenotheque Gründer Frédéric hilft Winzern bei der Auswahl geeigneter Ausgangsweine und berät sie dabei, die Trauben und das Terroir speziell für den zur Entalkoholisierung vorgesehenen Wein auszuwählen. Seiner Meinung nach kommt der Fortschritt in der Qualität von low / no alcohol Weinen nicht durch neue Technologien sondern durch ein besseres Ausgangsprodukt. Das setzt sich zusammen aus dem “magischen Dreisatz (…): Böden, Rebsorten und Winzer-Know-how.”

Schauen wir uns die Technologie einmal an.

Derzeit sind hauptsächlich 3 Methoden im Einsatz:

Die Umkehrosmose, die Vakuumdestillation und die Schleuderkegeltechnologie (Spinning Cone Column, SCC). Die Vakuumdestillation ist derzeit am häufigsten anzutreffen denn sie hat den erheblichen Vorteil, dass der Alkohol bereits bei einer Temperatur von 27°C verdampft statt bei 80°C (wie bei der Destillation), was dem Entweichen der Aromen entgegenwirkt. Diese bahnbrechende Technik wurde von Winzer Dr. Carl Jung 1907 eingeführt. Er wollte damit Alkoholmissbrauch und den negativen Folgen von Alkohol für seine Kunden entgegenwirken. Was für ein Multitalent, keine Ahnung, wann der gute Mann dafür die Zeit gefunden hat. Durch Weiterentwicklung dieser Technik mit Aromarückgewinnung schafft es, die während des Destillationsvorgangs mit dem Alkohol entwichenen Aromen fast vollständig zu sammeln und in den Wein zurückzuführen. 

Bei der Umkehrosmose wird mithilfe von vielen physikalischen Begriffen und Vorgängen Wein gegen eine Membran gepumpt.  Durch die Magic des osmotischen Drucks diffundieren Moleküle mit geringem Molekulargewicht (in diesem Fall dann Ethanol und H2O) und zurückbleibt ein alkoholfreies Produkt, dem dann entsprechend wieder destilliertes Wasser hinzugefügt werden muss. Damit ihr nicht beim lesen einschlaft, belassen wir es dabei. 

Die Technologie, die die besten Ergebnisse erzielt, aber auch am kostenintensivsten ist, ist die Spinning Cone Methode. Das ist eine Rektifikationskolonne (leute fragt nicht, kann dazu aber diesen Podcast, UK Wine Show mit der Gästin Prof. Monika Christmann von der Hochschule Geisenheim empfehlen :D) mit rotierenden konischen Einsätzen. Im Prinzip entfernt sie damit schonend sog. "flüchtige Verbindungen" aus dem Grundprodukt Wein und man kann die Aromen weitestgehend erhalten. Im ersten Zug werden die Aromen entnommen und im zweiten Durchgang der Alkohol. Anschließend werden die Aromen wieder rückgeführt. Ganz schön viel Physik und Chemie, die da passiert! Dafür liegen die Kosten aber bei mehr als 3x so viel wie z.B. die der Umkehrosmose (US$1 million vs. US$30 000, Quelle)

Was kostet alkoholfreier Wein? 

Der Durchschnittspreis für eine Flasche liegt circa bei 13€. 

Unter den Angeboten ist Weisswein am meisten vertreten, mit circa so viel Marktanteil wie Rosé und Rotwein zusammen. Der Preis für letztere cist irca gleich hoch, für Weißwein durchschnittlich höher. Alkoholfreie Sekte haben im Vergleich höhere Durchschnittspreise (circa 16,50€).*

Jetzt fragt ihr euch vielleicht - warum ist alkoholfreier Wein teurer als herkömmlicher Wein? 

Ganz einfach: er war mal Wein und wurde nachträglich entalkoholisiert. Auf den Anbau und die Arbeit im Keller kommt jetzt noch die zusätzlich Hürde des Entalkoholisierens. Denke aber, da wird es bald auch so starke Fortschritte geben, dass man die Preise entsprechend anpassen kann. 

 

Geschmack - wie schmeckt alkoholfreier Wein?

Zunächst sei gesagt, dass die Weine, die ich probiert habe, oft nach Süßigkeitenland und etwas "flach" geschmeckt haben. Sie zeigen sich einfach mit weniger Grip und Körper, dafür weniger Länge. Die Aromen erinnern an Apfel und Birne. Dadurch, dass Alkohol quasi die Butter auf dem Brot für Wein ist und als Geschmacksträger fungiert, fällt dieser essentielle Part weg (und je mehr Alkohol % ein Produkt hat, desto mehr fehlt eben). Daher arbeiten viele Produzenten mit zusätzlichen Aromen wie z.B. Ingwer oder Minze. Das sorgt für Frische, etwas Spiciness und ein volleres Mundgefühl. Auch Kräuter oder Kombucha-Elemente werden eingesetzt und haben mich persönlich positiv überrascht, z.B. bei HopHout Thee der Firma Bruis (Keine Werbung). Oft sind alkoholfreie Weine süßer, denn irgendwo muss der Geschmack ja herkommen, wenn Fett und Alkohol nicht als Helfer einspringen können. Vorsicht vor entalkoholisierten Produkten mit viel Zucker, da ist dann nämlich der gesunde und bewusste Aspekt schnell dahin, wenn man sich 30g Zucker auf 750ml reinknallt.

Aber: Luca Dahms, Gründer von Senzo ist sich sicher, desto größer und lukrativer der Markt von Entalkoholisierungsanbietern wird, desto schneller wird der Fortschritt sein. Aktuell gibt es nur einige wenige Dienstleister in Deutschland, die hohe Abnahmemengen begrenzen leider die Optionen für kleinere Winzer. Steigt die Nachfrage, steigt auch das Angebot und wir können uns auf bessere Produkte und einen bewussteren Konsum freuen. 

 

Lagerung - wie lange ist alkoholfreier Wein haltbar? 

Da endalkoholisierte Weine ein Lebensmittel sind, müssen diese mit einem MHD versehen werden. Bei meiner Recherche, Befragung von Winzern / Anbietern sowie persönlicher Erfahrung kam heraus, dass die Weine auch nach Ablauf des MHDs unverändert genießbar sind. Die Rede ist von bis zu 5 Jahren aber wie immer gilt: einfach probieren. Ein geöffneter Wein hält sich im Kühlschrank circa 5 Tage. Probiert doch auch mal eine Weinschorle mit Zitronen- oder Orangenscheibe drin - Limo next level!

Zu guter Letzt: 

Meine no / lo Empfehlungen (Reihenfolge nicht ausschlaggebend) Werbung wegen Markenennung

- Sauvignon Blanc von Daniel Mattern Zenotheque.

- Black Label Champagner von Senzo - mit dem Code isabella15 spart ihr 15% 

- Weißburgunder von Bergdolt-Reif & Nett Zenotheque.

- Rouge Pur Bio: Rotwein der Strauch Sektmanufaktur, erhältlich bei Zenotheque.

- it’s not a SIN von on Valckenberg

- die Freispiel Kollektion von Stromberg Zabergäu, besonders den Rosé

 

Viel Spaß beim Probieren!

Ich bin gespannt auf itsnotwine und VINO von Thomas Diehl - I'll keep you posted!

*Quelle: https://www.bio-conferences.org/articles/bioconf/abs/2023/13/bioconf_oiv2023_03014/bioconf_oiv2023_03014.html, aufgerufen am 12.3.2024

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OKT
2022

Orangewein – die Schlaghose unter den Weinen?

Als ich das erste mal von Orange Wine gehört habe, stand ich in einer Strandbar auf Bali und unterhielt mich mit einem Bekannten aus Südafrika. Erst hielt ich es für einen neuen Trend, der den Rosé als Sommerbrause ablösen könnte. Quasi das Post-Rosé Syndrom: die Weinkenner und solche, die es sein wollen, die dem Mainstream immer einen Schritt voraus sind, springen auf eine neue Kategorie auf. Eine neue Kategorie, die weniger mit Rosé nicht zu tun haben könnte. Denn Orange Wine ist ziemlich genau das Gegenteil von Rosé, wie mir auch mein Bekannter erklärt. Ich bin neugierig geworden, so wie ich es immer werde, wenn etwas abseits des Mainstreams passiert und einen auch etwas aus der bisherigen Komfortzone zieht. Je tiefer ich mich in die Thematik eingelesen (und zugegeben – eingetrunken habe), desto mehr Fangirl wurde aus mir.

Zu den Fakten

Im Gegensatz zur Schlaghose, die immer wieder in and out of fashion geht, wurde Orange Wine schon vor über 8000 Jahren produziert. Heute wird Orange Wine oft im selben Atemzug wie Natural Wine bzw Naturwein genannt. Denn Orange wine wird meist (jedoch nicht immer!) nach den Prinzipien der low intervention und unter Einsatz minimaler chemischer Zusätze hergestellt. Wie ihr euch wahrscheinlich schon dachtet, wird Orange wine nicht aus Orangen hergestellt (Moment, steckt da aber eine Geschäftsidee dahinter?) sondern vielmehr aus weißen Trauben.

Der first mover, der 1997 die Orange wine Herstellung wieder in Mode brachte, war Josko Gravner. Im Gebiet im Nordosten Italiens entlang der slowenischen Grenze, genannt Friuli-Venezia Giulia, hauchte Josko der Jahrtausend langen Tradition wieder frischen Atem ein. Auch jenseits der Grenze, in Slowenien, Kroatien und natürlich dessen Geburtsland Georgien gewinnt die Technik wieder an Popularität.

Was uns als umweltbewusstes Unternehmen und sustainability advocates natürlich auch überzeugt, ist dass bei der Herstellung von Orange Wine nach den Natural Wine Prinzipien erheblich weniger Wasser verbraucht wird, wenig bis keine Emissionen durch Maschinen entstehen und keine Chemikalien in den Boden gelangen.

Amphoren zur Herstellung von Orange Wine

Orange Wines in Georgien werden in diesen großen Gefäßen, auch Amphoren genannt, hergestellt, deren Umfang von 20 l bis 1000 l (!) reichen kann. Sie werden im Boden oder im Weinkeller vergraben, um die Temperatur für die Gärung des Weins konstant zu halten. Durch den tage-, wochen- oder monatelangen Kontakt mit der Haut während der Gärung erhalten diese Weine eine ungewöhnliche Komplexität, volle Aromen und intensive Geschmacksnoten. Der lange Schalenkontakt verleiht den Weinen ihre Bernsteinfarbe.

Hier etwas, dass ihr bei der nächsten Dinner Party unter Wein Connaisseuren nebenbei einwerfen könnt: Die tiefe Farbe des Orangenweins kommt vom Lignin in den Traubenkernen und den Traubenschalen.

Geschmack 

Begeben wir uns nach dem trockenen Geschichtsteil mal in den feuchtfröhlichen Aspekt des Orange Wines. Wir schmecken Aromen von getrockneter Orangenschale, Haselnuss, Pfirsich, Honig und Blüten.

Probiert Orange Weine mit gereiftem Käse, würzigen und herzhaften Currys, japanischer Küche, israelischen Gerichten, Kürbis-Kombinationen oder Jakobsmuscheln im Speck, am besten trinkt ihr den Wein gekühlt.

Ein nicht zu verachtender Fakt für alle Genusstrinker oder Einpersonen Haushalte ist außerdem, dass Orange Wines im Kühlschrank bis zu 10 Tage (je nach Tannin und Gärdauer teilweise sogar mehrere Wochen) aufbewahrt werden können. Du musst also nicht die ganze Flasche an einem Abend genießen, aber wir verstehen es, falls du es doch tust ;)

Orange Wein ist hier, um zu bleiben, das müssen die Schlaghosen-Verfechter neidlos eingestehen.

Ein paar Orange Weine vom Einstieg zum Advanced Orange:

Einstieg: Oliver von Kristinus oder Weiser Mulatschak von Meinklang. Super Orange Einstiegsweine mit wenig Tannin und viel Trinkfluss.

Erfahrene Orange wine Trinker greifen zum Sextant – CLIN D´OEIL 2019 oder zu Matassa – Curve Alexandia

Und die Endstufe ist dann Curve Extreme von Keltis oder Elepard von Korenike & Moskron – letzterer hat 60 Tage Maischestandzeit und über 10 Jahre Holzfass hinter sich. Unglaublich komplexer Stoff.

Cheers!

Hi, ich bin Isabella. Es ist meine Leidenschaft, gemeinsame Momente bei einem Glas Wein zu erleben. Ich bin überzeugt: Jeder Winzer ist einzigartig, jedes Terroir ist besonders und die Weinherstellung selbst ist eine Kunst. Dennoch möchte ich auf die Wichtigkeit von bewusstem Alkoholkonsum aufmerksam machen. Ohne etwas zu verbieten, sondern vielmehr etwas hinzuzufügen: mehr echte Verbindung, Bewusstsein und Freude. 

Ich besitze eine WSET Level 2-Zertifizierung und einen Marketing Management M. Sc. sowie 5 Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Marketing, Content Creation, Events und Sales. Als Teil eines E-Commerce-Startups für nachhaltige Weine habe ich Weinveranstaltungen veranstaltet und digitale Marketing- und Vertriebskanäle verwaltet. 

Derzeit lerne ich noch mehr über unser Unterbewusstsein und unsere Psyche, um eine holistische Herangehensweise an meine Mission sicherzustellen.

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Verantwortlich für den Inhalt: Isabella Bühler, Esslingen am Neckar, 73732 Germany

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